Nachbericht_30. Tagebuch Slam_Innsbruck_29.11.19

„Am Abend, als ich gerade auf ihn sitze und sein Pfeiferl zum 1x spüre, geht die Tür auf und Mama kommt mit Mickey rein.“

Liebes Tagebuch,

ja, es funktioniert auch an einem Freitag in Innsbruck, wenn noch dazu Poetry Slam in der Bäckerei ist, beide waren wir ausverkauft, wie cool ist das? Ich war ganz durcheinander, weil ich sonst immer Sonntag in der Stadt bin, da ist weniger los und nun war total viel los, weil ja auch Black Friday. Habe seit langem wieder mal in Innsbruck geschlafen und war danach unterwegs, mit meinem Rollkoffer, das hat zu irritieren Blicken geführt … Ich mag Innsbruck noch immer gerne … 

Nun aber zu meinen Heldinnen, 34 Jahre Altersunterschied, 1963, 1989, 1996, 1997. Aufgewachsen in 4 verschiedenen Bundesländern: Vorarlberg, Niederösterreich, Wien und Burgenland. Alle schreiben noch Tagebuch. 1. Eintrag war mit 8, 10 und 12 Jahren (2x). 2 haben das 1. Tagebuch von der Mama bekommen, 1 von der Goti und 1 von den besten Freundinnen der Mama.

Natürlich habe ich wieder viel gelacht und nebenbei für dich mitgeschrieben:

„Seit dem 23. Februar 2010 stehe ich auf den Armin. Er war und ist mein Held.“

„Ich will keine Liebe, nur Freundschaft. Wobei, ich suche nach dem Boyfriend in ihm.“

„Ich bin mir absolut sicher, dass Armin mich liebt, weil es so ist!“

„Ich passe immer den Moment ab, wenn er geht, dann gehe ich zufällig auch.“

„Wir gehen schweigend, fast nebeneinander die Stiege hoch. Er nimmt noch einen Abstecher aufs Klo.“

„Er hat mich gefragt, ob ich mir das Minus in Bio ausbessern möchte. Das ist das Flirten der Streber.“

„Ein grauenhafter Tag, es gibt viel Schlechtes zu sagen, das ich aber nur meinem Tagebuch anvertraue. Es gibt kaum mehr Hoffnung für uns.“

„Ich liege gerade auf dem Bauch in meiner ersten, eigenen Wohnung. Und ich bin froh, ohne Cosy an meinem Po.“

„Ich weiß gar nichts, nur dass ich wieder weg will, auf Reisen.“

„Buchhändler können verdammt intrigante Wixer sein.“
„Ich hätte gerne einen Bauernhof im Waldviertel, finanziert von einem Lotto Sechser.“

„Ich bin immer noch ganz geil, huh und hätte schon wieder Lust.“

„Ich bin 12 Jahre alt und ein sehr ordentlicher Mensch und ich hoffe, es bleibt so.“

„Das ist meine Mutter, aber ich finde, sie könnte sich ein bisschen ändern, denn sie furzt und rülpst.“

„Also begann ich mich langsam, in ihn zu verlieben.“

„Ich weiß nicht, ob ich mir das eingebildet habe, aber ich glaube, er hat sich ein paar mal auf seinen Penis gegriffen.“

„Ich bin froh, dass ich nicht mehr in Alex verliebt bin (denke ich zumindest).“

„Ich möchte Filme drehen, die nie wieder vergessen werden.“

„Maxi. Süßer Typ. Stopp, das muss ich nun genauer erzählen.“

„Drogen werde ich wahrscheinlich schon nehmen, erst in 10 Jahren, wenn ich verlassen und arbeitslos bin.“

„Er sieht so unerfahren und jung aus und ist es glaube ich.“

„Ich gebe es auf. Armin ist nicht in mich verliebt. Er will mich nicht haben: 40%. Er will mich haben: 40%. Er schaut aus dem Fenster: 9%. Sonstiges: 11%.“

„Vielleicht wollte mich der Schlingel nur verführen, mit seinen schönen Augen.“

„Unter der Woche näheren wir uns langsam und am Wochenende wächst der Abstand wieder rasant.“

„Wie wohl sein Tagebuch aussehen würde?“

„Beni fragte mich, ob ich schon einmal an einem Tag mit 3 wild herum gezüngelt habe? Es scheint er schon. Ich bin traurig.“

„Kannst du die Susi nicht mal kitzeln? P.S.: Er meinte es pervers!“

„Danny hat gesagt, dass ich nicht die Figur für eine Prostituierte habe. Heißt das, ich bin zu dick?“
„Ich bin 15 geworden, das reicht dann wohl!“

„Schlimmster Tiefpunkt des Tages: Als ich die Zitrone fallen ließ.“

„Versäumen sie nicht, die nächste Folge von Julia und Manfred. Sex am Arbeitsplatz. Hihi. Wie wäre es mit einer schnellen Nummer im Lager?“

„Ich habe bis jetzt ein recht fideles Leben geführt, um das mich recht viele beneiden.“

„So ein cooler Typ. Er war ein Fabian, Kurt, Max und Daniel in Einem. Ein vollendeter Traum.“

„Er hat mir in die Augen geschaut, wie ein wildes Tier.“

„Du bist was Besonderes. Wie ein warmer Wintertag oder wie Schnee im Sommer. Du bist der Wahnsinn.“

„Max drängt mich, weil das Kondom im August abläuft.“

„Gestern hat er mir geschworen, dass wir für immer zusammen bleiben. Sehr schöner Gedanke, aber sehr naiv.“

„Er hat meinen Busen gesehen! Und ihn sogar abgeleckt! BIST DU DEPPAT! Das war`s dann wohl … Kindheit adé!“

„Wir kommen vielleicht ins News. Solche Fotografen haben für eine Reportage („Alkoholkonsum bei 12 - 14 jährigen“) Fotos von uns gemacht … mit Bierflaschen in der Hand. Voll gestellt. Aber wenigstens haben wir gratis Ottakringer dafür bekommen.“

„Nachwort: Zuerst will ich mal allen klar machen, dass ich dieses Buch nur für mich geschrieben haben. Ich möchte nicht bei allen bedanken, die in diesem Tagebuch vorkommen.“

Ich bedanke mich bei allen auf der Bühne, hinter der Bühne, vor der Bühne und die, die das ermöglichen, den Sponsoren: Paper Republic, Moduletto, Tiroler Edle, Holzbaum Verlag.

Ich sitze im Zug mit Verspätung nach Wien und freu mich jetzt schon auf mein Bett. Bis zum 31. Tagebuch Slam im Treibhaus Innsbruck, wieder an einem Sonntag, 26. Jänner 2020.

Kuss und Schluss jetzt.

Deine *diana*



Nachbericht_16. Tagebuch Slam_Baden_26.11.19

„Im Physiksaal konnte er meine Härchen im Nacken betrachten.“ 


Liebes Tagebuch,

45 Jahre Altersunterschied, ja, das ist in Baden möglich … Haben nun extra eine halbe Stunde früher angefangen, damit die Kurgäste zur Sperrstunde pünktlich zurück sind. Alle vier Kandidatinnen sind in unterschiedlichen Landeshauptstädten aufgewachsen: Innsbruck, Salzburg, St. Pölten und Wien. 3 leben nun in Niederösterreich, 1 in Wien. 3 schreiben noch Tagebuch, eine bekommen wir wieder dazu …

Wie immer war es sehr fein im Kino. Bestens betreut von Viki und ihrem Cinema Paradiso Team. Ja, Viki, die ist für Andi eingesprungen, weil der war mal wieder im Zug, da verzeihen wir im die Abwesenheit ;-)) 

Wir sehen uns im Jänner wieder, Freude, davor aber noch Gratulation an die Siegerin Sabine, die ich 3 Jahre überredet habe, dass sie nochmals mitmacht und es hat sich gelohnt. Vor allem für ihre Töchter, die bis dato geglaubt haben, ihre Mama war eine 1er Schülerin … tja, der Tagebuch Slam deckt so einiges auf. Constanze ist aus Wien angereist, hat ihren Ausflug nach Baden genossen und uns geschildert, wie einschneidend für sie der Tod von Lady Diana war. Gisela hat uns mit auf eine Reise nach Israel genommen und Ursula, war mal Buchhändlerin und hat es in ihrer ersten Wohnung krachen lassen, recht hatte sie.

Über den 1000 Schilling Gutschein von Paper Republic freut sich Sabine, Ursula über einen Büchergutschein vom Holzbaum Verlag und eine Schokolade von Tiroler Edle und Gisela, sowie Constanze haben ein neues Notizbuch von Moduletto bekommen. Alle glücklich und zufrieden, so soll es sein.

Hier noch ein paar Zitate, damit der Tag endgültig gerettet ist:

„Im Zug haben wir uns verliebt in die Augen geschaut. Wie in der Schule, aber dort ist Vieles nicht möglich.“

„Die Einen sehen sich nach geschmacklosen, hässlichen Sex. Mir fehlt die Zärtlichkeit so.“

„Da war dann noch Gerald, den ich mir unbedingt eingebildet habe.“

„Der Flug von Innsbruck nach Tel Aviv kostete 13.000 Schilling (sehr teuer).“

„Prinzessin Diana ist tot. Ihre armen Söhne. Ehemann und Söhne sind entsetzt.“

„Nur der Leibwächter überlebte. Warum gerade er?“
„Sie heiratete erst mit 19, Sissi mit 17.“

„In Lech am Arlberg war sie gern gesehener Wintergast.“
„Gestern Typen kennen gelernt, der war zwar ganz fesch, aber deppart.“
„Es folgt ein Bericht zur Lage der Nation bzw. zum Leben der Ursl.“
„Jetzt wird es auch ernst in meinem Bekanntenkreis. Die Heiraterei geht los.“

„Ich habe ein doofes Frauenbuch gelesen und wieder weggelegt. Ich steh da drüber.“

„Ich habe immer geglaubt, Buchhändler sind die besseren Menschen, das war wohl ein Irrtum.“

„2000 Euro musste ich für die Zahnimplantate zahlen (sehr teuer).“

„Hurra, Lisa-Marie ist da. Mein 1. Enkelkind.“

„Nicoles sagte: Gabriel tut sie gerne Windeln.“
„Da sehe ich zwei süße Schatzis und die sitzen in einem Auto, also unerreichbar. Scheiß!“

„ER ist bei uns vorbei gegangen.“

„Wir haben die Prof. Meier in den Wahnsinn getrieben, weil wir in Physik die ganze Zeit rumgestöhnt haben (war meine Idee).“
„Der Reaktor brennt. Und seid gestern geht es mir seelisch nicht besonders. Mein Muskelkater hat sich auch nicht zurück gezogen.“
„Ich wünsche mir mal ein kleines, blondes Mädchen, dass sich schon im Vorschulalter mit Buben schlägt.“
„Thommy tobt sich gerade aus. Er küsst gern und leidenschaftlich.“

„Irgendwann finden sich unsere Hände. Ein 17jähriger! Wenn er es überhaupt ist. Ich bin 18!“

„Ich habe mich entwickelt, ich wage das Wort kaum auszusprechen.“

„Ich noch nicht fertig, vielleicht mit 24/25 weiß ich wohin.“

„Wir treffen uns regelmässig und meistens schläft er bei mir.“

„Er säugt viel Bier. Weil er Depressionen hat, sagt er.“

„Wer hat bloß das Gerücht vom schwachen Geschlecht aufgebracht? Die Starke in unserer Beziehung bin eindeutig ich.“

„Ich und seriös? What a joke. Irgendwie habe ich mir bis 30 Jahre Narrenfreiheit gegeben.“

„Spätestens mit 30 ziehe ich aufs Land oder sagen wir mit 33.“

Hat bei besagter Kandidatin doch noch ein wenig länger gedauert, aber mittlerweile lebt sie wieder am Land ;-))

Kuss und Schluss.

Liebe Grüße aus dem Zug nach Tirol.

Deine *diana*

Nachbericht_17. Tagebuch Slam_St. Pölten_19.11.19

„Er fragte mich, nachdem wir gezettelt haben, ob ich feucht bin. Ich lehnte ab.“ 

Liebes Tagebuch,

Ich bin es schon wieder, die Diana. Aber kein Wunder, hatte ja gleich 2 Tagebuch Slam diese Woche und dir noch gar nicht vom Dienstag in St. Pölten berichtet. Ich sage es dir, wenn mal lokale Teilnehmerinnen am Start sind, dann haben die Einträge parat, bist du deppat! Was für eine super Runde: Angelika (1992), Claudia (1992), Constanze (1980) und Ursula (1963). Die Siegerin war schlußendlich Claudia, ich werde an sie nun immer unter der Dusche beim Rasieren denken müssen ;-))

29 Jahre Altersunterschied, zum Teil eine schöne Zeitreise, ich sage nur Matura 17. Juni 1981. Lustige Dialoge mit Jungs, die wortwörtlich festgehalten wurden. 

Schau mal, was ich für dich mitgeschrieben habe:

„Ralph zu mir: Willst du mit mir Pippi gehen? Ich: Na, wäh!“

„Nächste Woche hat Mel Party. Keine Kindergeburtstagsparty, sondern eine Party mit Buben! Das Blöde ist, sie ist am Tag und nicht in der Nacht. Die Buben werden saufen.“

„Ich sag ja, ich mag zwar nicht, aber irgendwann muss ich ja.“

„Ich bin irgendwie unglücklich. Ich habe meine Regel noch nicht. Ich bin 12,5 Jahre und möchte an Busen.“

„Er redet halt so, da ich habe so viel Platz. Ich: Red mit so viel, lass mich eine. Boh, hat sich das geil angefühlt. Ich bin so stolz auf mich.“

„Eigentlich sollte ich in der Schule sein, aber ich schwänze. War dafür am Friedhof.“
„Er hat gesagt, ich sei seine beste Sitznachbarin gewesen, weil mit den besten Käsebroten. Wie soll ich es ohne ihn aushalten?“
„Die kleine, brave, naive U. Aus St. Pölten kommt nach Wien zu den Punks.“

„Ich habe einige Punks kennen gelernt, man muss sie verstehen, so etwas gibt es nur in der Großstadt.“

„Ich hasse die Sonne, sie ist so heiß und hell und stickig und schwül.“

„Fabian hat sich nicht verändert, sonder eine böse Seite dazubekommen.“

„Meine Mutter hat immer gesagt, sie wollte nicht so werden, wie ihre Mutter, doch nun ist sie es doch geworden.“

„Ich liebe ihn, aber er ist so ein verdammtes Arschloch.“

„Aber für mich war er einfach nur geil.“

„Wie ich duschen war, sah ich den Rasierer von meiner Schwester. Soll ich mich mit 12 schon rasieren? Nur ich schäme mich ja so vor meiner Mutter. Ich wollte nur kurz ausprobieren. Außerdem möchte ich mal ein Trägershirt tragen, aber mit Achselhaaren tue ich das nie.“

„Angela (große Schwester) sagte, dass die Buben auf die Füsse in meinem Alter noch nicht so schauen und dass man die Achselhaare mit der Schere kürzen kann. Aber nächstes Jahr tue ich es bestimmt.“

„Sie hat gesagt, ich kann mit allen Buben Problemen zu ihr kommen. Es ist wunderbar, eine große Schwester zu haben.“

„Ein 3. Kassler überlegt, ob er mit mir gehen will. Mein Selbstbewusstsein steigt.“ 

„Er sagte, mit mir war das Zetteln cool, weil da spürt er keine Zähne, bei den Anderen schon.“

„Morgen ziehen Bibi und ich einen String in die Schule an. Ich bin 12 und habe schon einen String!“

„Den Daniel (19) hätte ich anhüpfen können. Mit ihm würde ich so gerne bären (schmusen in NÖ). Den Michi muss ich auch noch unterbringen. Verschiebe ich auf den Abschlussball. Meine Zunge muss was mitmachen. Naja, die hält das schon aus.“

„Ich bin mit Mama Elternsprechtag gegangen. Es war eine total lange Schlange, deshalb hat sie mich Zigaretten holen geschickt.“

„Er: Wie alt bist du? Ich: 14. Er: Ah, geht.“

„Ich habe mit dem kleinst möglichen Aufwand die 7. Klasse bestanden.“

„Ich schlage vor, spazieren zu gehen (einfallsreich!). Schließlich küssen wir uns. Schön!“

„Ich weine zum dritten Mal heute, aber jetzt vor Erleichterung und ich bin glücklich, die Matura bestanden zu haben.“

„Egal, wie nett ich zu Mama bin, sie ist und bleibt eine Hure.“

„Ich hasse alle auf der Welt, außer ein Paar. Also, meine Eltern, alle Anderen mag ich.“

„Ich will Mama klar machen, dass Liebe mit 13 auch einen hohen Stellenwert hat.“

„Ich habe einen Rausch, zu viel Liebe in mir.“

„Und ja, ich bin so gamsig. Alle Männer sind geil, ob älter oder mit Brustbehaarung.“

„Und vorige Nacht, ich träumte, dass ich einen Pfarrer verführe.“

„Naja, ich bin sexgeil. Wieso? Weiß ich nicht.“

Noch Fragen?

Ich muss meine jetzt meine Wimperntusche neu auftragen gehen, musste gerade wieder Tränen lachen. 

Bis im neuen Jahr, 23. Jänner 2020 im Cinema Paradiso St. Pölten. Sucht eure Tagebücher, ich suche immer neue Teilnehmer*innen.

Kuss und nun Schluss,

*diana*