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Nachbericht

Nachbericht_77. TAGebuch Slam_20.09.2020

„Meine Mutter weiß viel zu viel über mich, das ist mein Pech.“ 

Liebes Tagebuch,

Wie oft habe ich die letzten 8(!) Monate diesen Abend herbei gesehnt. Endlich war ich wieder im TAG auf der Bühne. Es war ein schönes nach Hause kommen, aber gleichzeitig auch ein wenig irritierend. Musste mich immer daran erinnern, dass ich nicht in einem OP bin … Aber eh schon wissen, derzeit ist alles anders.

Mit Freuden habe ich den 10.000 Besucher, Christoph (bin ich froh, dass es nicht ein Christian war) ein TAG Sackerl mit Tagebuch, Tagebuch Eintrittskarte, Herzerl Luftballon und schwarzes Klopapier (lauter essentielle Sachen) überreicht. Wow, echt arg, dass ich schon 10.000 Besucher*innen alleine im TAG mit dem TAGebuch Slam in 7 Jahren beglückte, werde fast ein wenig nostalgisch. 

Daher zurück zum Abend:
Das Publikum war unglaublich. Hat gute Stimmung gemacht und die Teilnehmerinnen hatten alle ihr 1x beim TAGebuch Slam und was für eine abwechslungsreiche Runde. Es kamen sämtliche Themen der Pubertät aufs Tablett: Eltern sind Volltrotteln, Männer sind Arschlöcher, 1x rauchen, küssen ist so grausig, … 

22 Jahre Altersunterschied: 1979, 1984, 1986 und 2001 (so eine junge Teilnehmerin hatten wir noch nie, aber sie ist auch schon volljährig, diese Erkenntnis tut weh ;-)) 2 Wienerinnen, 1 Oberösterreicherin und 1 Norddeutsche. Danke an die Heldinnen: Rafaela, Sarah, Thora, Ria. Siegerin des Abends: Rafaela. Gegen die harte Wienerrealität hatte dann die norddeutsche Traumwelt doch keine Chance. 

Ich habe ein wenig für dich mitgeschrieben:

„Meine Eltern benehmen sich wie die ärgsten Volltrotteln. Ich darf nur bis 23 Uhr ausgehen.“

„Wenn die wüssten, was ich wirklich alles mache, würden sie mich sowieso daheim einsperren.“

„Da man sich bei meinen heiligen Eltern nicht normal anziehen kann. Habe ich zum Wechseln, meinen Minirock in der Handtasche.“

„Wir tussen uns auf.“

„Man muss es ja genießen, dass einem alle anschauen (vor allem die süßen Typen).“

„Ich möchte, dass Nil sich in mich verliebt.“

„Ich werde nicht weiter kämpfen, weil er ein Arschloch ist.“

„Ich liebe so eine gewisse Person. Dessen Namen ich nicht erwähne, weil sonst das nicht vorhandenen Abendessen hoch kommt. Er liebt meine beste Freundin.“

„Ich glaube, dass ich in Clemens verknallt bin, aber ich weiß es nicht.“

„Ich bin blöd. Ich wollte unbedingt mit Tobias abhängen. Immerhin ist er 14.“

„Gestern habe ich das erste Mal geraucht. Einerseits toll, man gehört zur Gemeinschaft. Aber man kann abhängig werden.“

„Einerseits total geil, anderseits was habe ich bloss getan?“

„Ich putzte die Zähne mit extra viel Odol. Ich prüfte im Spiegel, ob ich mich verändert habe.“

„Ich bin zum ersten Mal verliebt. Oh Gott, es ist mir noch nie passiert, ich freue mich sogar auf die Schule.“

„Ich prüfe nach, ob er andere anschaut. Mich schaut er anders an.“

„Ich finde, dass er und ich, wir gut zusammen passen. Er ist vollkommen.“

„Es stellt sich die Frage. Wozu man in meinem Alter eine Beziehung haben muss. Es hält ja nicht bis ins Erwachsenenalter.“

„32. Oktober 1984 - Ein Specht und ein toter Hase. Ich furchtete mich. Ein Specht! Das ist kein Specht. Ich höre es aber klopfen. Jetzt höre ich es auch. Ich sprach: Es ist ein Buntspecht. Es ist ein Hase. Der Fall ist gelöst. Ein schönes Abenteuer.“

„Heute ist Weihnachten, eigentlich war gestern Weihnachten. Es war toll.“

„Das hier ist mein Testament, mein letzter Wille oder wie man es nennen will.“

„Meine Wunschliste: Clemens soll glücklich sein. Lass mich bitte glücklich werden. Clemens soll glücklich sein.“

„Ich dachte, dass Küssen grausig ist, aber es kommt drauf an mit wem.“

„Er ist voll lieb und halbwegs fesch. Riesen Problem: Hat eine Freundin.“

„Ich will mich nicht firmen lassen. Hilfe!“

„Übermorgen ist Papas Geburtstag. Ich habe noch kein Geschenk. Ich weiß nicht, ob er eines verdient hat.“

„Ich bin 15 1/2 Jahre alt und meine Eltern lassen mich nicht alleine zu Hause. Ich hasse meine Eltern.“

„Ich sollte mein Tagebuch besser verstecken. Denn wenn die Sorge meiner Mutter größer ist, als der Respekt meiner Privatsphäre und es zufällig Lesestoff für sie wird.“

„Weihnachten: Ich fange an, dieses Fest zu hassen.“

„Es kotzt mich alles an. Wo liegt der Sinn meines Lebens? Wer braucht mich schon? Mama und Papa, ja doch, die sind meine Eltern.“

„Ich sehe ein, dass Gudrun besser zu ihm passt.“

„Einmal kam mir die Erleuchtung, dass ich mich fast in jeden freien Jungen/Mann verliebe, weil ich die Geborgenheit suche.“

„Anderseits denke ich, vielleicht bin ich zu klug für ihn.“

„Das, was ich alles geschrieben habe, gehört der Vergangenheit an. Ich bin jetzt mit Oscar zusammen!“

Das ist doch ein schönes Ende. And the Oscar goes to …

Nächster Termin im TAG, 18.10.2020, hoffentlich bist du mit dabei!

Danke an das Publikum, die Teilnehmer*innen, das TAG, Paper Republic, Holzbaum Verlag, Moduletto und an das Leben, denn die schönsten Geschichten schreibt das Leben!

Herzlichst,

*diana*

Nachbericht_7. Tagebuch Slam im Park/Wir sind Wien.Festival 2020_Grand Finale_4; Alois-Drasche-Park_09.09.2020

„Für Viele bedeutet verknallen Verliebtsein. Für mich bedeutet es cool sein.“

Liebes Tagebuch,

Es ist vollbracht. Wir haben unser Ziel erreicht. Das war nun eine Woche Tagebuch Slam im Park/Wir sind Wien.Festival 2020. Alles ist super gelaufen, ich bin happy, aber auch sehr k.o. So ein Tagebuch Slam Marathon schlaucht dann doch.

Aber es war so schön? Was soll ich denn morgen Abend bloss machen? Ich vermisse es schon jetzt und die lieben Menschen und überhaupt alles.

Wir haben es geschafft, heute waren über 100 Leute zuhören. Yeah! Meine Heldinnen haben Standing Ovations bekommen, zu recht, sie waren ALLE 23 genial und so mutig. Chapeau und vielen Dank nochmals an alle Teilnehmerinnen und das Wir sind Wien.Festival 2020.

Wochensiegerin der Tagebuch Slams im Park: Xenia. Sie freute sich über den Regie-Sessel, weil sie wollte ja immer Regisseurin werden und hatte damals „My little creek“ gedreht. Jetzt fehlt nur noch Pacey ;-))

Constanze ist eine wilde, erotische, eigenwillige Frau mit wunderschönen Augen. Sophie hat zwar Musik geschwänzt, aber auf Koks verzichtet. Nina lebt in ihrer Welt, der Welt von Musicals und Vampiren und kommt nur zum Essen zurück in die Realität.

17 Jahre Altersunterschied: 1980, 1989, 1993, 1997. 3 sind in Wien aufgewachsen, 1 in Niederösterreich. 3 haben mit 10 und 1 mit 9 Jahren begonnen, Tagebuch zu schreiben. Alle schreiben noch in irgendeiner Form Tagebuch (Blog, Reisetagebuch, Songtexte, …). 

Zitate? Here we go …

„Habe ich wirklich keine positive Seiten? Und habe ich so hässliche Augen?“

"Ich habe übrigens einen Freund, ich könnte jeden haben.“

„Er will mit mir schlafen. Wo? Stiegenhaus, Aufzug, Telefonzelle. Darauf gingen wir ins Stiegenhaus.“

„Hat man kein Geld, dann kann man sich keine Freuden leisten. Dann kann man in kein Musical gehen.“

„Ich brauche Vampire, sie sind Bestandteil meines jungen Lebens.“

„Ich will küssen, ich will endlich erfahren, was echte Liebe ist.“

„Ich muss ihn so behandeln, wie die Anderen mich behandeln. Dulden, aber nicht überschwänglich nett sein.“

„Aber was ist die wahre Liebe? Gibt es für jeden Topf den passenden Deckel?“

„Ins schwedische Königshaus einzuheiraten, ist eine gute Idee.“

„Maxi ist mein Pacey, den ich mir immer gewünscht habe.“

„Mir ist so heiß. Gott sei Dank, bin ich kein Schneemann.“

„Er hätte beim Flaschen drehen mit ihr schmusen müssen, aber er hat es auf ein Bussi runtergehandelt.“

„Wie lange soll ich noch warten, bis ich jemanden finde, der dem würdig ist?“

„Er hat sich nicht verändert. Er hat eine andere Seite dazu gekommen, eine schlechtere Seite.“

„Er ist eben perfekt.“

„Ich will mit ihm Kinder haben, mindestens 2.“

Ich will nur mehr schlafen.

Es war sehr schön, es hat mich sehr gefreut, auf hoffentlich bald wieder.

Kuss und Schluss,

*diana*

P.S.: Danke David Samhaber für die Assistenz!

Nachbericht_6. Tagebuch Slam im Park/Wir sind Wien.Festival 2020_4; Alois-Drasche-Park_08.09.2020

„In letzter Zeit habe ich so eine Vorliebe zum Ausdrücken von Pickeln. Ich grindige Sau.“

Liebes Tagebuch,

Tag 6, 6. Tagebuch Slam im Park/Wir sind Wien.Festival 2020. Ein Besucher hat gemeint: „Die Dame hat einen langen Atem.“ Ich liebe meinen Job, meine Teilnehmerinnen und mein Publikum. Es waren heute so viele, so schön, das hat so gut getan. Manche mit richtiger Pick-Nick Ausrüstung, andere auf den Parkbänken, dann noch Zaungäste hinter der Bühne und meine Lieblingszuschauerinnen vom Fenster im 3. Stock mit Aperol-Spritz. Ich würde sagen, alles richtig gemacht.

Es wurde viel gelacht, weil meine Heldinnen haben dieses Mal ordentlich ausgepackt und ausgeteilt. Da wird mir immer noch ganz heiß … Wie sehr einem der lässige Gang eines Typen anmachen kann, wie man in der H&M Umkleide Kabine sich an die beste Freundin ranmacht, wo und mit wem man Sex hatte und, dass manche es nicht mal Tinte wert sind, um über sie zu berichten.

Ach ja, eine hat ihren 1. One-Night-Stand beschrieben. Eben habe ich im Gästebuch entdeckt, dass eine Zuschauerin reingeschrieben hatte, dass sie mit demselben Typen ebenfalls mal was hatte … Ich sage nur, beim Tagebuch Slam gibt es nichts, was es nicht gibt … 

18 Jahre Altersunterschied: 2x 1979, 1993, 1997. 2 in Deutschland, 1 in Niederösterreich und 1 in Wien aufgewachsen. 1. Tagebuch Eintrag war mit 7, 8, 10 und 12 Jahren.

Gratulation an die Siegerin und Pickelausdrückerin: Sophie. Dank an alle Teilnehmerinnen: Thora, Jules und Anika. Ihr habt uns einen wunderbaren Abend bereitet.

Hier noch einige Zitate:

„Ich möchte nicht mit jemanden zusammen sein, der meinem Vater ähnelt. Das kann nicht funktionieren, weil es hat schon bei meinen Eltern nicht funktioniert.“

„Mit wem soll ich dann Linkswalzer tanzen? Das ist der Ausspruch einer Hure.“

„Ich muss unfreundlicher und ruppiger werden. Oh Herr, stehe mir bei bei meinen Taten.“

„Ich möchte in das schwedische Königshaus einheiraten. Carl Philipp sieht sehr gut aus.“

„Ich schwänze gerade Schule. Es ist furchtbar zu sündigen. Herr Gott, ich habe Angst vor mir selbst.“

„Ich möchte Privatunterricht. Denn bei Privatunterricht wäre ich immer die Beste.“ 

„Jede*r Mitschüler*in ist nur ein lästiger Stein im Weg zum Erfolg.“

„Neues Tagebuch, neues Leben. Die Sprache ist meine engste Vertraute.“

„Ich bete zu Gott, dass ich jene Worte finden werden.“

„Mein einziges Buch, das ich schreiben werde, ist über mich, mein Leben, ist mein Tagebuch. Wer mich sucht, muss mich hier suchen.“

„Liebes Tagebuch, du weißt noch gar nicht, was jener Freitag Nacht mir geschehen ist.“

„Wir hassten es beide, in dieser Stadt zu sein.“

„Felix kam Arm in Arm mit ihr. Mein Herz blieb nicht stehen, sondern schlug einfach weiter.“

„Ich bin verliebt in: Bill von Tokio-Hotel.“

„Er hat mir etwas gezeigt, was ich am Liebsten nicht gesehen hätte.“

„Meine Pickel und Mitesser, versuche ich nun in Ruhe zu lassen.“

„Ich habe einen Freund, den ich nicht nicht kenne und den ich unsympathisch finde. Aber es ist schön, geliebt zu werden.“

„Vielleicht sieht die Welt ja morgen wieder ganz anders aus.“

„Ich hoffe, ich finde beim Einkaufen hübsche BH´s und Tangas.“

„Er ist nett, aber dumm, seinem Alter entsprechend.“

„Liebe Vanessa, mein anders Buch heißt Keanu und ist wirklich nett. Ich weiß nicht, Keanu ist besser wie du.“

„Bei mir hat sich viel geändert, ich bin kein kleines Mädchen mehr.“

„Silvia - mir ist die Tinte zu schade, um über sie was zu schreiben.“

„Früher habe ich geglaubt, es ist nicht erlaubt, Sexuelles ins Tagebuch zu schreiben. Aber es ist ja mein Tagebuch und es wird ja nicht kontrolliert.“

„Ich kann es kaum abwarten 14 zu werden, der Countdown beginnt. Wenn ich schon 16 wäre, könnte ich mit einem Jungen schlafen.“

„Irgendwo auf der Welt könnte ein noch viel passender Deckel sein. Die Sache mit den Töpfen und Deckeln hat mich die ganze Nacht beschäftigt.“

„Seit Ende Oktober hatte ich mehr Sex, als die letzten 4 Jahre. Alles hat mit einer Tantra Massage in London begonnen. Danke Couchsurfing.“

„Jetzt habe ich eine Blasenentzündung.“

„Liebe Stephanie, Kenau ist voll, nun musst du seine Rolle übernehmen.“

„Ach, was solls, ich werde es allen zeigen. Wenn sie dann, wenn ich berühmt bin, auf ihren Knien daher kriechen und ich sie anspucke. Fickt euch doch alle!“

„Ab dem 13. Lebensjahr bin ich eine typische Wasserfrau.“

„Siehst du, wie verdorben ich bin: Mit 13 geraucht, mit 14 gesoffen. Jetzt fehlt nur noch Drogen und Sex, dann bin ich ein Rockstar.“

Alle bisherigen 467 Teilnehmer*innen bei 204 Tagebuch Slams in Österreich sind Rockstars!!!!

DANKE an das Wir sind Wien.Festival 2020, die das alles ermöglichen, wir leben in einer so genialen Stadt! Und heute noch das Grand Finale im Alois-Drasche-Park, 18 Uhr, 4 Siegerinnen sind mit dabei: Xenia, Constanze, Nina und Sophie. Einmal geht es noch, das sollte man/frau nicht versäumen.

Wir sehen uns in ein paar Stunden im Park und werden wieder viel lachen und in die Pubertät reisen, hätten wir das damals gewusst, wäre uns wohl einiges leichter gefallen …

Schmatz,

*diana*

P.S.: David kann alles, jetzt macht er auch noch so tolle Fotos. Danke David Samhaber.